Wenn die Komische Oper zum Auftakt ihrer Jubiläumsspielzeit lädt und Hausherr Barrie Kosky selbst inszeniert, glaubt man schon zu wissen, dass an der Gaudi nicht gespart werden wird. Doch Kosky kennt sich nicht nur in der 70-jährigen Geschichte seines Hauses gut genug aus, um knallige Kurzschlüsse zu vermeiden. Neben dem Pailletten-und-Revue-Alter-Ego steht auch immer der konsequent schnörkellose, zutiefst ernsthafte Interpret von Musikdramen. Zusammen werden sie jede Kritik in die Schranken weisen, keine Flanke mehr zum Angriff bieten.